22 April 2020,
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Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg hat am 27 Nissan 5780 / 21.04.20. gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden Halle und Dessau an die Millionen ermordeten europäischen Juden gedacht.

 

21. April 2020 – 27. Tag des jüdischen Monats Nissan Wir gedenken heute der Millionen ermordeten Juden.

Wir wollen ihnen damit eine Stimme geben. Auch den 1300 ermordeten Juden in Sachsen-Anhalt.
Wir gedenken aller Ermordeten, deren Recht auf Leben geleugnet wurde.
Wir gedenken der Menschen, die sterben mussten, um ihrer religiösen oder politischen Überzeugungswillen. Wir gedenken aller, die Opfer der Gewaltherrschaft wurden und unschuldig den Tod fanden. Darum heute, gemeinsam für den Frieden, gemeinsam für Europa!
Bundeskanzler Willy Brandt brachte es auf den Punkt: “Der Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“
Und darum – „Frieden und Freiheit brauchen Mut.“ Es ist der Mut, Hass und Intoleranz auch im Alltag entgegen zu treten.
Es ist der Mut, seine Meinung zu sagen und seinen eigenen Verstand zu gebrauchen. Es ist der Mut, Stereotype und Vorurteile zu hinterfragen, statt sie nachzuplappern. Frieden und Freiheit brauchen Mut!
Die Konzentrationslager und Kriegsgräberstätten zeigen uns, wohin es führt, wenn uns dieser Mut verlässt.

Dieter Steinecke Landtagspräsident a.D.
Landesvorsitzender Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Sachsen-Anhalt
Magdeburg, 21. April 2020

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg!

Unsere Gemeinde hat am 27 Nissan 5780 gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden Halle und Dessau an die Millionen ermordeten europäischen Juden gedacht.
Ursprünglich sollte eine Mahnwache auf dem Grundstuck für die Bau der neuen Synagoge in der Julius-Bremer Str. 3 in Magdeburg stattfinden.
Aufgrund der aktuellen Situation (Covid-19) und der sich daraus ergebenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens war dies leider nicht möglich sein, diese Veranstaltung wie geplant durchzuführen.
Jom ha Scho’a ist für die jüdischen Gemeinschaft enorm wichtig! Deshalb wollten wir diesen Tag in Magdeburg auch trotz der Corona-Krise ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Am 21. April 2020 von 9 bis 17 Uhr wurde für alle eine Möglichkeit des stillen Gedenkens, unter Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln, in der Gröperstraße 1a, in Magdeburg neben dem Gemeindehaus gegeben.
Wir zündeten die Gedenkkerzen an, lasen die Namen der Juden aus dem Gebiet unseres heutigen Bundeslandes, die von den Nationalsozialisten in den Jahren der Shoah getötet wurden; denn jeder Mensch hat einen Namen!
Am Gedenkveranstaltung nahmen zahlreiche Personen des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens des Bundeslandes Sachsen-Anhalt teil. Wir danken sehr allen Teilnehmer für ihr Solidarität mit uns! Bleiben Sie gesund und behütet.

Wadim Laiter – Vorstandsvorsitzender der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg