12 November 2018,
 0

Am 9. Oktober 2018/30 Tischrei 5779/ fand ein besonderes Ereignis nicht nur im Leben unserer Gemeinde statt, sondern auch im jüdischen Leben Deutschlands. Dem Rabbiner unserer Gemeinde, Schlomo Sajatz, wurde, gemeinsam mit zwei weiteren Rabbinern sowie drei Kantoren, in der Synagoge in der Brunner Straße in Berlin das Diplom zum Abschluss seiner Ausbildung überreicht. Dies geschah in Anwesenheit von Vielzahl hochgestellter offizieller Persönlichkeiten und Gäste. An der feierlichen Zeremonie nahmen teil: der Außenminister Deutschlands, Herr Heiko Maas, und der Bürgermeister Berlins, Herr Michael Müller, der Präsident des Jüdischen Weltkongress, Herr Ronald S. Lauder. Die Teilnahme wichtiger politischer Persönlichkeiten zeugte von der Anerkennung der Rolle des Judentums im heutigen Deutschland.

Der Vorstandsvorsitzende unserer Gemeinde, Herr Wadim Laiter, nahm ebenfalls an der Zeremonie teil und teilte seine Eindrücke und Gedanken über die Entwicklung des jüdischen Lebens mit den Lesern unserer Zeitung. So wie ein neues Haus aus einzelnen Steinen gebaut wird, so werden junge Menschen, die das Rabbinerseminar abgeschlossen und ein solides Wissen erhalten haben, zu Lehrern, zu richtigen religiösen Persönlichkeiten. Nun stehen ihnen Aufgaben bevor zum geistigen Aufbau der jüdischen Gemeinden.

Die zeitgenössische Staatspolitik Deutschlands unterstützt offiziell die Entwicklung des jüdischen Lebens. Politiker unterschiedlicher Ebenen treten aktiv auf unserer Seite auf, doch von der Seite der Bürger reicht es oft nicht an der nötigen Akzeptanz.

Natürlich würden wir uns freuen, wenn die Bürger mehr Interesse an uns zeigen würden, wenn sie versuchen würden mehr über die jüdischen Traditionen, Rituale und Feiertage zu erfahren.

Vertreter anderer Religionen, Mazza essend, sollten nicht sogleich von Juden erwarten, dass diese als Antwort darauf sogleich beginnen werden Ostern, Weihnachten oder Ramadan zu feiern.

Unsere heilige Aufgabe und Besonderheit ist es zuallererst unsere Religion zu erhalten, die Tora zu lesen und ihre Gebote einzuhalten. Deshalb sagen wir Ja zur Integration und Nein zur Assimilation. Wir leben in einem Land mit einer vorherrschenden christlichen Religion und sind zu einem gleichberechtigten Dialog bereit. Dies betrifft ebenso den Islam. Doch man sollte das Judentum nicht mit den Abrahamitischen Religionen gleichsetzten.

Um sich im Heute und Morgen sicher zu fühlen, wollen wir ohne Hindernisse unsere Religion ausüben. Die Ordination in Berlin wurde zum Beispiel hierfür.

Solche Ereignisse geben uns Grund für Optimismus, lassen Hoffnung aufkeimen, dass das Judentum in Deutschland eine Zukunft hat.